Auerhuhn Schwarzwald Patenschaf

Die „liebe Bertha“ macht Werbung

Auftakt der Kampagne

Um die Aufmerksamkeit für die Auerhühner im Schwarzwald zu wecken, wurde von der Firma Bruno Kaiser eine 3 Meter hohe Holskulptur einer Auerhenne geschaffen. Dass Eier gelegt und bebrütet werden, die geschlüpften Küken geführt und vor Angriffen geschützt werden und möglichst viele von ihnen bis zu ihrer Selbstständigkeit am Ende ihres Schlüpfjahres überleben – all das liegt in den Flügeln von Auerhennen. Also nicht der balzende Auerhahn, der sehr vielen über Filme, Fotos, Gemälde und Präparate bekannt ist, spielt die größte Rolle im Auerhuhntheater, sondern die kleineren und unscheinbareren Auerhennen sind es, die für die Zukunft des Schwarzwaldauerhuhns besonders wichtig sind. Und dafür steht die „liebe Bertha“ – eine überdimensionierte Auerhenne aus Holz auf ihrem Nest macht Werbung für den Urvogel. Und diese Skulptur kann auf Reisen gehen, kann ausgeliehen werden und das Auerhuhn über Medien in möglichst viele Köpfe und Herzen bringen. Seit dem 18. Juli 2022 ist sie auf dem Feldberg vor dem Haus der Natur zu bewundern und wird von dort ihre Reise durch den Schwarzwald antreten, damit bei möglichst vielen Menschen das Bewusstsein für diesen besonderen Waldvogel geweckt wird.

Von Links: Stefan Büchner (NAZ), Rudi Suchant (FVA), Silja Ramlow (AiS), Bruno Kaiser (Holzbau Bruno Kaiser), Eberhard Aldinger (AiS), Holger Wegner (Naturpark SSW), Stefan Spitz (Holzbau Bruno Kaiser)

Eine Auerhenne auf Reisen

Und weiter geht die Reise nach...

Villingen-Schwenningen

Ankunft der Auerhenne Bertha und Eröffnung Fotoausstellung im Umweltzentrum.

Die „liebe Bertha“ hat am 11.11.2022. das zweite Etappenziel auf ihrer Rundreise durch den Schwarzwald erreicht. Gemeinsam organisiert durch den Verein Auerhuhn im Schwarzwald (AiS) und dem Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar (Umweltzentrum-SBN) konnte die drei Meter hohe Holz-Auerhenne ihr Nest vor dem Umweltzentrum beziehen. Eine Fotoausstellung zum Thema Wald liefert Einblicke in die Heimat und Lebensweise dieses scheuen und selten gewordenen Urvogels.
Dessen Überleben hängt am seidenen Faden: die Auerhuhnpopulation im Schwarzwald ist vom Aussterben bedroht. Dennoch gibt sich Landtagsabgeordnete Martina Braun optimistisch: „Wir haben es in der Hand, mit allen beteiligten Akteuren, das Auerhuhn vor dem Aussterben zu retten“.

Martina Braun MdL während ihrer Rede vor der "lieben Bertha"

Damit dies gelingt und das Auerhuhn doch noch eine Überlebenschance hat benennt Klaus Lachenmaier vom Landesjagdverband Baden-Württemberg bisherige Hindernisse im Auerhuhnschutz: „Der Aktionsplan Auerhuhn wurde unzureichend umgesetzt. […] Deshalb muss der neue Maßnahmenplan möglichst schnell verabschiedet werden. Alle seine drei Säulen müssen dabei Berücksichtigung finden: Lebensräume schaffen, Besucherlenkung und Bejagung (Anmerkung: Bejagung potentieller Fressfeinde des Auerhuhns)“. Die Herausforderung dabei beschreibt Marisa Schwenninger vom Kreisforstamt: „Der Wald sei wie ein großes Haus mit vielen Bewohnern und jeder habe seine eigenen Bedürfnisse“. Die Bedürfnisse des Auerhuhns sind bekannt, auf die zeitnahe Umsetzung dieser mithilfe des Maßnahmenplans kommt es nun an.

Nach den Redebeiträgen gab Rahel Wölfle (Fräulein Brehm´s Tierleben), eine Kurzversion des Theaterstücks „Tetrao urogallus - Das Auerhuhn“ zum Besten. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer süßen Überraschung des Cafés Feiss, das extra eine Auerhuhnkükenkreation gebacken hatte.