Lebensraum

Einblicke in den geheimnisvollen Lebensraum des Auerhuhns

Das Auerhuhn besiedelt große, zusammenhängende boreale oder montane Wälder. Diese Wälder sollten nicht nur eine reiche Bodenvegetation und nährstoffarme Bedingungen aufweisen, sondern auch licht und strukturreich sein.

Dort wo Heidelbeeren einen weichen Teppich bilden unter lockeren, stufigen Waldbeständen in denen Sonne und Wärme den Boden erreichen, ist der Tisch reichlich gedeckt. Wo Baumgruppen wie tuschelnde Menschen zusammenstehen gibt es Schutz vor Feinden und Wetter.

Der Jahreszyklus

Frühmorgens im April hört man im Wald ›klackklack‹, den typischen Balzgesang des Auerhahns, der um die Hennen wirbt. Hatte er Erfolg, brütet die Henne 8 -12 Eier aus, in einem gut versteckten Bodennest für 26-28 Tage. Sind die Küken geschlüpft, bleiben sie bis in den Herbst bei der Henne. Im Frühjahr sorgen Knospen und junge Blätter für neue Kraft. In den ersten Wochen benötigen die kleinen Küken viel Energie um zu wachsen und nicht auszukühlen. Insekten sind in den ersten Wochen ein Teil ihrer Nahrung, die sie vor allem an den Blättern der Heidelbeere finden. Damit sie nicht von Fressfeinden, wie Füchsen und Mardern, gefunden werden, müssen sie sich immer gut verstecken. Zu Beginn des Winters haben die jungen Auerhühner ihr Geburtsgewicht bestenfalls verhundertfacht. Wenn es wärmer wird, reifen immer mehr Heidelbeeren, Preiselbeeren und Himbeeren heran, die von Küken und Eltern gleichsam gern verzehrt werden. Darüber hinaus können sich die Vögel unter den Heidelbeersträuchern gut vor Fressfeinden verstecken. Im Winter ernähren sich die Vögel vor allem von Nadeln der Kiefer, Tanne und Fichte – eine karge Kost. Zur Balz werden die restlichen Energiereserven des Winters mobilisiert. Deshalb müssen wir während der Balz, Brut- und Aufzuchtzeit besonders viel Rücksicht auf das Ruhebedürfnis des Auerhuhns und seines Nachwuchses nehmen.