Auerhuhn Schwarzwald Patenschaft

Bestandssituation

Im Jahr 2026 wurden im gesamten Schwarzwald 93 balzende Auerhähne gezählt. Dies bedeutet einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr - im Jahr 2025 konnten 103 Hähne gezählt werden. Wir bleiben dennoch optimistisch! Im Nationalpark Schwarzwald werden regelmäßig neue Flächen für das Auerhuhn aufgewertet. Dort steigen die Balzplatzzahlen erfreulicherweise dieses Jahr um einen Hahn. Heißt für uns: wir müssen unbedingt mehr Lebensraum gemeinsam mit euch und den zuständigen Waldbesitzer:in/Förster:in/Privatwaldbesitzer:in etc. aufwerten! Nur so schaffen wir es, das Auerhuhn zu erhalten!

Dank des Auerhuhn-Balzplatzmonitorings durch JägerInnen, FörsterInnen, OrnithologInnen und ExpertInnen des FVA-Wildtierinstituts und des Nationalparks Schwarzwald, Landesjagdverband und AiS wird der Bestand genau verfolgt. Die Ergebnisse werden vom FVA-Wildtierinstitut zusammengetragen.

Wir blicken mit Optimismus und Spannung auf die kommenden Jahre und hoffen, viele weitere Flächen pflegen und neu dazugewinnen zu können, um noch mehr Lebensraum für die Auerhühner zu schaffen.


Das Auerhuhn ist vom Aussterben bedroht.

Die Zahl liegt noch weit unter den 260 Hähnen von 2014: Das Überleben der Auerhuhn-Population steht auf Messers Schneide.

Für den negativen Bestandstrend der letzten Jahrzehnte ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren verantwortlich: Die Abnahme geeigneter Lebensräume durch eine veränderte forstwirtschaftliche Nutzung, die vermehrte Zerschneidung des Lebensraumes, die wachsende touristische Nutzung, die Zunahme von Fressfeinden (z. B. Fuchs, Marder, Habicht, aber auch Wildschwein), zunehmend schlechtere Witterungsbedingungen und den Klimawandel.

Die vielschichtigen Ursachen für diese Entwicklung werden u.a. im Aktionsplan Auerhuhn (APA) und den Forschungsergebnissen von Coppes et al. 2016 erläutert. Die im Aktionsplan ausgearbeiteten Maßnahmen wurden in der Vergangenheit nicht ausreichend umgesetzt; nun ist es höchste Zeit die Umsetzung des Planes in allen Handlungsfeldern als oberste Priorität zu setzen. Das Aussterben von Baden-Württembergs größtem befiederten Waldbewohner zu verhindern kann nur gelingen, wenn alle Aktivitäten fachkundig in die Wege geleitet, durchgehend begleitet, koordiniert und erfasst werden.

Nach Daten der Auerwildhegeringe, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt und des Landesjagdverbandes

"Die Abnahme der Auerhuhnpopulation im Schwarzwald in den letzten 50 Jahren ist nicht mehr mit Populationsschwankungen zu erklären und daher alarmierend.

Auch wenn im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Mittelgebirgen der Auerhuhnbestand im Schwarzwald weniger zurückgegangen ist und noch von einer überlebensfähigen Population gesprochen werden kann, ist es angesichts des aktuellen Tiefstandes der Population sehr wichtig, dass bei der Beurteilung von allen Vorhaben, welche möglicherweise Auerhühner negativ beeinflussen könnten, das Vorsorge-Prinzip angewendet wird".

Braunisch et al. 2015