Auerhuhn Schwarzwald Patenschaf

Bestandssituation

Die Balzahlen für 2023 sind veröffentlicht und lassen Hoffnung aufkommen: 106 balzende Hähne konnten im gesamten Schwarzwald gezählt werden!

Das ist eine Steigerung um 10 Prozent im Vergleich zum Jahr 2022.

Wir hoffen, dass dies der Beginn einer Trendwende ist und die Bestandeszahlen sich langfristig wieder stabilisieren werden.

zur Pressemitteilung des MLR

Das Auerhuhn ist vom Aussterben bedroht.

Der Bestand hat in den letzten fünf Jahren so stark abgenommen, dass das Überleben der Population auf Messers Schneide steht.

Für den negativen Bestandstrend ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren verantwortlich: Die Abnahme geeigneter Lebensräume durch eine veränderte forstwirtschaftliche Nutzung, die vermehrte Zerschneidung des Lebensraumes, die wachsende touristische Nutzung, die Zunahme von Fressfeinden (z. B. Fuchs, Marder, Habicht, aber auch Wildschwein), zunehmend schlechtere Witterungsbedingungen und den Klimawandel.

Die vielschichtigen Ursachen für diese Entwicklung werden im Aktionsplan Auerhuhn (APA) und den aktuellen Forschungen von Coppes et al. 2016 erläutert. Die im Aktionsplan ausgearbeiteten Maßnahmen wurden in der Vergangenheit nicht ausreichend umgesetzt; nun ist es höchste Zeit die Umsetzung des Planes in allen Handlungsfeldern als oberste Priorität zu setzen. Das Aussterben von Baden-Württembergs größtem befiederten Waldbewohner zu verhindern kann nur gelingen, wenn alle Aktivitäten fachkundig in die Wege geleitet, durchgehend begleitet, koordiniert und erfasst werden.

Nach Daten der Auerwildhegeringe Freudenstadt und Calw sowie der Auerwildhegegemeinschaft im Regierungsbezirk Freiburg

Die aktuellen Balzzahlen aus dem Jahr 2022 bestätigen den Rückgang der Urvögel abermals: Es konnten nur noch 97 balzende Hähne gezählt werden. Ein Grund mehr, jetzt Vollgas zu geben und dem Auerhuhn so effektiv unter die Flügel zu greifen, dass in den kommenden Jahren ein Aufwärtstrend erwirkt werden kann.

"Die Abnahme der Auerhuhnpopulation im Schwarzwald in den letzten 50 Jahren ist nicht mehr mit Populationsschwankungen zu erklären und daher alarmierend.

Auch wenn im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Mittelgebirgen der Auerhuhnbestand im Schwarzwald weniger zurückgegangen ist und noch von einer überlebensfähigen Population gesprochen werden kann, ist es angesichts des aktuellen Tiefstandes der Population sehr wichtig, dass bei der Beurteilung von allen Vorhaben, welche möglicherweise Auerhühner negativ beeinflussen könnten, das Vorsorge-Prinzip angewendet wird".

Braunisch et al. 2015