Tier

Brut- und Kükenzeit

19. Mai 2026

Rund drei Tage nach der Paarung legt die Auerhenne durchschnittlich acht Eier in eine flache, gut getarnte Mulde am Boden. Zwischen Wurzeln oder Baumstümpfen verborgen, ist das Nest möglichst vor Eierräubern geschützt. Die Eier ähneln denen eines Haushuhns in Form und Größe, sind jedoch meist blass gelblich-braun gefärbt und mit unterschiedlich großen braunen Punkten gefleckt.

Mit dem Begriff „Brut“ werden sowohl das Gelege der Auerhenne, die geschlüpften Küken als auch der eigentliche Vorgang des Brütens bezeichnet – also das Warmhalten der Eier bis zum Schlüpfen. Die Brutdauer variiert je nach Höhenlage und Witterung. Im Schwarzwald beträgt sie etwa 24 Tage, insgesamt meist zwischen 26 und 28 Tagen.

Während dieser Zeit sitzt die Henne stundenlang regungslos auf ihren Eiern und vertraut dabei ganz auf ihre Tarnung. Nur gelegentlich verlässt sie das Nest kurz zur Nahrungsaufnahme oder zur Kotabgabe. Besonders empfindlich reagiert sie dabei auf Störungen. Nähert sich ein Mensch, ein freilaufender Hund oder ein natürlicher Feind, bleibt die Henne oft bis zuletzt auf dem Nest sitzen und fliegt erst im letzten Moment auf. Aufgescheuchte Tiere kehren häufig erst nach längerer Zeit zurück – manchmal geben sie die Brut sogar vollständig auf.

Gerade in dieser sensiblen Phase sind Auerhühner besonders störungsanfällig. Störungen können dazu führen, dass das Gelege verlassen wird und der gesamte Nachwuchs verloren geht. Deshalb gilt: Bitte auf den Wegen bleiben und Hunde im Wald anleinen. So kann jeder dazu beitragen, diese seltenen Waldvögel zu schützen. #bewusstwild

Die Küken des Auerhuhns sind nach dem Schlüpfen bereits erstaunlich selbstständig. Schon wenige Stunden später können sie laufen, und bereits einen Tag nach dem Schlüpfen verlassen sie gemeinsam mit der Henne das Nest. Aufgrund dieser frühen Mobilität werden sie als sogenannte „Nestflüchter“ bezeichnet.